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„Das Geisterschiff“

Wir schreiben das Jahr des Herrn 1694. Es geschah so, wie Flint es festgelegt hatte. Die „Pearl“ folgte dem Schurken Baba auf die Insel Jamaika. Aber eine weitere Spur gab es nicht und so segelte die „Pearl“ mit günstigem Wind zurück auf die Caymans. Capt`n Flint hingegen segelte mit der „Walruß“ auf Süd-Ost-Kurs durch die Wellen der karibischen See. Nach 20 Tagen wurde die Wind-Ward Passage erreicht, jene Meerenge, die auch die „Urca de Lima“ passieren sollte. Tag und Nacht hielten die Wachen Ausschau nach dem spanischen Schatzschiff. Das Warten wurde zur Qual. Doch plötzlich verdunkelte sich der Himmel und kündete mit Getöse vom nahenden Hurrican. Wie aus dem Nichts tauchte im Lichtschein der zuckenden Blitze gespenstisch das hohe Mastwerk eines Seglers auf. Flints Befehl – hart Steuerbord – jagte die „Walruß“ weg von dem seltsamenEreignis, welches so schnell wie erschienen auch wieder im nächsten Wellental verschwunden war.

In der geschützten Sapodilla Bay wurde das Ende des Sturms erwartet. Aber nur 5 Seemeilen entfernt kämpfte die „Urca de Lima“ ums nackte Überleben. Das schwere, behäbige Schiff war über das vorgelagerte Riff geschrammt und auseinandergebrochen. Der Todeskampf des Schiffes und seiner Besatzung hatte begonnen. Nur 25 Menschen überlebten das Inferno. Nachdem die Überlebenden wieder zu sich selbst gefunden hatten, wurde durch den Missionsleiter Don Adolfo sowie den spanischen Gesandten Don Alfredo de Cervezas die spanische Ordnung unter den Gestrandeten hergestellt. Von der Hoffnung auf schnelle Hilfe war nicht nur die Nichte des spanischen Vizekönigs überzeugt, sondern alle Spanier am Strand auf Provo Island. Niemand ahnte, dass sie schon längst beobachtet wurden. Als Flint und die Crew der „Walruß“ über die Dünen kamen und die zerborstene „Urca“ erblickten, stießen sie auf die Buccaneers um Paul Whopper und einen seltsamen Gefangenen – der Crew bekannt als Billy Bones.

Die seltsame Geschichte von Billy und das Versprechen der Buccaneers ließ alle Seite an Seite den Kampf um den Schatz der „Urca“ aufnehmen und gewinnen. Flint wähnte sich am Ziel seines Abenteuers. Er hatte das Gold der „Urca“ und die Nichte des Vizekönigs als Gefangene für ein fettes Lösegeld. Nun arbeitete nur noch die Zeit gegen ihn. Und so ersann er einen kühnen Plan, um Herr des Goldes zu bleiben. So glückvoll wie das Geisterschiff ihm den Weg auf die Insel gewiesen hatte, so ließ es ihn jetzt im Stich. Der todgeglaubte, brutale Don Adolfo de Krawallo kehrte zu schnell mit einem spanischen Jagdschiff, dem „Feuerscheißer – Kaka de Fuego“ zurück. Dieser geballten Macht von donnernden Kanonen und zu allem entschlossenen spanischen Soldaten war die kleine Crew der „Walruß“ nicht gewachsen. Durch gezieltes Sperrfeuer war ein Entrinnen zu ihrem Schiff nicht möglich. Flint und die Crew müssen wieder einmal ums nackte Leben kämpfen. Doch der brutale Gegner will, dass alle im Strandsand der wunderschönen Grace Bay verbluten. Ob Freund oder Feind, Don Krawallo kennt kein Erbarmen. Und bevor der Spanier das Leben aller auslöscht, schlägt Flint einen letzten Handel vor. Und der Spanier nimmt an.

So wird nicht nur die Crew der „Walruß“ gerettet, sondern auch Donna Isidora, die Nichte des spanischen Vizekönigs. Nur das Schicksal von Flint und Scully in den Händen von Don Krawallo bleibt ungewiss. Am Ende verlassen drei Schiffe mit gleichem Kurs die Trauminsel. Nur die Ziele hätten nicht unterschiedlicher sein können. Keiner der Spanier ahnte, welch unvorstellbares Geheimnis im weißen Strandsand dieser paradiesischen Insel zurück bleibt. Nur die Männer der „Walruß“ wussten es. Und die Ghost Rider der Meere zeigen ihnen den Weg ins Kielwasser der „Kaka de Fuego“.

Aber da beginnt schon unser nächstes Abenteuer „Exekution in Cartagena“ …